Zukunftsgestaltung beginnt mit 16!
Etwas ungläubig verfolgte ich Aussagen wie "Mit 16 kann ein Jugendlicher sich noch keine politische Meinung bilden" oder "16-jährige sind noch nicht in der Lage zu politisieren". Vorstösse aus Jugendparlamenten oder Jugendräten zeigen mir das klar ein anderes Bild!
Da frage ich mich, weshalb trauen wir 16-jährigen politisch so wenig zu, wo sie sonst (fast) überall Eigenverantwortung übernehmen müssen? Und wie sollen sie dann überhaupt ihre Zukunft gestalten?
Wenn Jugendliche mit 16 nicht abstimmen dürfen, sollte auch eine obere Limite gesetzt werden. Sagen wir mal bei 75 Jahren. Weshalb soll jemand im fortgeschrittenen Alter über drastische Themen wie Schuldentilgung, Entsorgung von Atommüll, Nachhaltige Umweltpolitik und eine starke Bildung entscheiden dürfen, wo sie mit den Auswirkungen möglicherweise nicht mehr konfrontiert werden? Auf der anderen Seite Jugendliche, welche sich morgen mit dieser Thematik (also mit den heute erstellten Problemen) befassen müssen, die jedoch ihre Meinung dazu nicht kund geben dürfen?
Deshalb spreche ich mich ganz klar für das Stimmrechtsalter 16 aus - für die Zukunft der Schweiz!
8. Februar 2010
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Die Entwicklung der kognitiven Kontrolle ist bei Jugendlichen erst mit 25 Jahren abgeschlossen. Wieso sollen sie mit 16 das Stimm- und Wahlrecht erhalten?
Nach Ansicht von Laurence Steinberg, einem führenden amerikanischen Neurologen ist die Entwicklung des menschlichen Hirns erst Mitte Zwanzig abgeschlossen:
"Etwa zur Zeit der Pubertät zeigt sich im Hirn ein dramatischer Anstieg von Dopaminrezeptoren. Der Nervenbotenstoff Dopamin vermittelt vor allem Freude und Belohnung. Der Anstieg der Dopamin-Aktivität führt dazu, dass die Jugendlichen viel neugieriger werden und den Nervenkitzel regelrecht suchen; sie sind geradezu süchtig nach Gefühlen der Belohnung und der Bestätigung.
Aber es gibt ein zweites System im Gehirn, nämlich eine Art kognitive Kontrolle, das uns hilft, nach vorne zu schauen, die Konsequenzen unseres Handels abzuschätzen, zu planen. Dieses Kontrollsystem ist auch eine Art Impulsbremse, doch es ist erst Mitte zwanzig ausgereift.
Die Diskrepanz in der Entwicklung dieser beiden Hirnsysteme führt dazu, dass sich Heranwachsende oft riskant und rücksichtslos verhalten, bis hin zum Verbrechen, obwohl sie intellektuell schon in der Lage sind, rationale, verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen." (Quelle:
http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Unsere-Kinder-werden-viel-zu-hart-bestraft/story/23010883)
Aus dieser Sicht müsste das Stimm- und Wahlalter entweder auf 25 Jahre hinaufgesetzt werden, oder aber Kinder müssten bereits bei der Geburt stimm- und wahlfähig werden.
Wahl- und Stimmrecht mit 16 ist eine völlig willkürliche Setzung.
Parteilos, 22. November 2009
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Eine Schülerin in der SF-Arena: "Das Problem ist, dass es nach dem Ende der obligatorischen Schulzeit eine Lücke von zwei Jahren hat, bis man stimmen darf."
Genau, denn während dieser Zeit geht viel Staatskundewissen verloren. Da wäre es besser bereits ab 16 stimmen und wählen zu dürfen.
Hansueli P, 22. September 2009
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Neu-Bundesrat Burkhalter ist für Stimmrechtsalter 16. Bravo!
Hat er so gesagt in der Arena vom letzten Freitag.
Hansueli P, 22. September 2009
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Stimmrecht mit 16 ist gut, richtige politische Bildung noch besser!
Es mag sie geben, die Schulklassen, die in den Genuss von inhaltlich guter und motivierender "Staatskunde" kommen. Den meisten bleibt dieses essentielle Fach in einer sinnvollen Form jedoch verwehrt. Das ist schade, denn ohne das Interesse an Politik nützt ein Stimmrecht mit 16 nicht viel. Natürlich habe ich nichts dagegen, dass auch interessierte 16-Jährige mitbestimmen können, doch gegen das weit verbreitete "Was geht mich das an"-Syndrom – welches ich als zentrales Problem im Feld Jugend & Politik erachte – hilft es wenig.
Julian Meier, 10. September 2009
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Ein JA! hätte keine (voraussehbaren) negativen Konsequenzen, wieso also nicht den interessierten Jugendlichen die Chance geben, in der Politik mitzuwirken?
Das Interesse an der Politik ist bei 16- und 17-jährigen, entgegen der allgemeinen Erwartung, bereits vorhanden! Befragungen haben ergeben, dass ein ähnlicher Wert an Interessierten wie bei den 18-24-jährigen besteht, nämlich um die 30 Prozent.
Fehlt nun tatsächlich einem Teil der 16- und 17-jährigen die Reife für politische Entscheide, so gehen diese auch sicher nicht wählen, da aus meiner Sicht bezüglich Politik die Reife eine Voraussetzung für das Interesse und folgich Wahlabsichten sind. Wer also unreif ist, wird kaum wählen gehen und somit niemandem schaden.
Auch finde ich, dass eine Beschränkung auf das Aktivstimmrecht keinen Sinn machen würde, da kaum jemals jemand gewählt wird, der nicht genügend reif für einen solchen Posten ist. Die Wählerschaft wird wohl niemanden wählen, den sie für unreif hält.
Bei einem JA! sehe ich also keine absehbaren negativen Konsequenzen, hingegen wäre ein NEIN! schade, da man durch die Herabsetzung viele Junge für die Politik gewinnen könnte und bereits Interessierten die Chance gibt, aktiv mitzumachen.
Doch vielleicht hat sich ja jemand bereits besser informiert und hat auch gute Argumente für eine Ablehnung der Herabsetzung?
Vorstand Jugendparlament Köniz, Parteilos, 9. September 2009
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Auflistung der wichtigsten Pro- und Contra-Argumente
Die wichtigsten Pro- und Contra-Argumente als kleine Übersicht:
Für die Herabsetzung des Stimmrechtsalters
* Mehr Demokratie
Wer von staatlichen Regelungen betroffen und zur Diskussion und Entscheidung darüber fähig ist, soll mitreden und stimmen können. Jugendliche ab 16 Jahre haben diese Fähigkeit.
* Intellektuelle und soziale Fähigkeiten vorhanden
Den Sechzehnjährigen ist aufgrund ihrer intellektuellen und sozialen Entwicklungsstufe die Teilnahme am politischen Prozess zuzutrauen.
* Untervertretung der Jungen
Jugendliche und junge Erwachsene sind in politischen Gremien (Parlamenten usw.) untervertreten.
* Vollwertige Staatsbürgerinnen und Staatsbürger
Die frühe Anerkennung als vollwertiger Staatsbürger lässt auf eine bessere Integration in Staat und Politik hoffen.
* Von der Theorie in die Praxis
Es gibt keine Lücke zwischen Theorie und Praxis mehr: Die Stimmberechtigung schliesst besser an den schulischen Unterricht über politische Bildung an.
Gegen die Herabsetzung des Stimmrechtsalters
* Ausgebaute Demokratie besteht
In jeder Demokratie ist ein Teil der Einwohnerinnen und Einwohner im Parlament vertreten, ohne dass sie ein Mitspracherecht haben (früher: Minderbemittelte, Frauen, ...).
* Keine Lösung für Untervertretung
Die Herabsetzung des Stimmrechtsalters wird an der Untervertretung der Jungen in der Politik nichts ändern.
* Interesse und teilweise Reife fehlt – Vorschlag geht zu weit
Den Sechzehnjährigen fehlt das Interesse an der Politik. Zum Teil fehlt auch die erforderliche Reife für das Wählen und Abstimmen.
Wenn schon eine Herabsetzung des Stimmrechtsalters, dann mit einer Beschränkung auf das Aktivstimmrecht unter Ausschluss des Passivstimmrechts*.
*Passivstimmrecht: Recht, in eine politische Behörde (Beispiel: Gemeinderat) gewählt zu werden
* Recht bedeutet Pflicht
Das Stimmrecht umfasst auch die – moralische – Pflicht, an Wahlen und Abstimmungen teilzunehmen; diese Belastung sollte man den Jugendlichen nicht zumuten.
Vorstand Jugendparlament Köniz, Parteilos, 9. September 2009
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